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Politische Börsen haben kurze Beine

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Der Wahlkampf für den Bundestag geht die Schlussphase Rente? Wirtschaft? Verteidigung? Ich höre immer nur "Klima". In meinen Augen bewegte sich der aktuell noch laufende Wahlkampf bisher weit über die Köpfe der Wählerschaft hinweg. Die Parteien scheinen sich darin übertreffen zu wollen, auf Kosten der Steuerzahler das Weltklima zu retten. Doch wer soll das bezahlen, wenn sich doch soeben die sog. "Baby-Boomer" aufmachen, ihre sehr gut bezahlten Jobs zu verlassen, um vorzeitig in Rente zu gehen?  Das Umlagesystem der deutschen Rentenkasse ist gescheitert. Dafür gibt es in diesem Land viel zu wenig Nachwuchs. Ungeplante Migration ist hier nicht hilfreich. Im Gegenteil: Die Belastung für die Sozialkassen nimmt noch weiter zu. Warnungen von Experten wurden in den letzten 30 Jahren konsequent seitens der Politiker ignoriert.  Die ehemaligen "Volksparteien" haben sich in der aktuellen Koalition zerrieben. Jeder hat seinen Markenkern längst verloren, um im Revier

Die Flutkatastrophe 2021 in Rheinland-Pfalz und NRW - Totalversagen der Behörden

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Systemkritik an einem Staat, der in erster Linie sich selbst versorgt Dieser Text hat weniger mit aktuellen Finanzthemen zu tun - wohl aber mit der Entwicklung unseres Staates. Ich engagiere mich in der Freiwilligen Feuerwehr Buxtehude, Zug II, in meiner Heimatstadt, der Hansestadt Buxtehude. Was mich wirklich zutiefst verärgert, ist das Gebaren des für Katastrophenschutz zuständigen Amtes in Bonn. Ich muss mir an dieser Stelle Luft verschaffen, und hoffe, Sie als Leserin und Leser auf die Schwachstellen in diesem Staate aufmerksam zu machen.  Zur Historie:  Im Jahr 2020 wurde ein sog. "Bundesweiter Warntag" eingeführt. Immer am 2. Donnerstag im Monat September sollten bundesweit alle Sirenen und Warn-Apps sowie andere Möglichkeiten der Bevölkerungswarnung (Radio, TV, Werbedisplays) getestet werden. Der Erstversuch im September 2020 war ein totaler Flop. Es wurde festgestellt, dass nichts richtig funktionierte. Digitale Anwendungen (die Apps NINA, MoWaS oder Katwarn) waren üb

Chinas "Heim ins Reich" Politik bedroht unsere Wirtschaft

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China bereitet sich auf seine Autarkie vor Über Jahrzehnte hat China den Westen kopiert und letztlich über kapitalistische Strukturen den sagenhaften Aufstieg bewältigt. Vom bitterarmen kommunistischen Land vollzieht sich soeben der Wandel zum Wirtschafts- und Technologieführer in der Welt. Mit rund 1,4 Mrd. Einwohnern ist der Markt etwa 3,1 mal so groß wie die EU (448 Mio. Einwohner ex Großbritannien). Damit ist dieser singuläre Markt absolut groß genug für eine autarke Wirtschaft. Börsengänge von chinesischen Unternehmen in den USA dürften bald der Vergangenheit angehören. Didi (Kopie von Uber) musste die harten Konsequenzen im chinesischen Heimatmarkt erfahren. China ist kaum noch auf Know-how und schon gar nicht mehr auf westliche Investoren angewiesen.  Wo bleibt Europa, wo bleibt Deutschland, wenn China uns hinaus wirft und wir Russland weiter verstoßen?  Den europäischen Gazetten ist es nur eine Randnotiz wert: Die EU hat mal wieder ihre Wirtschaftssanktionen gegen Russland um 6

EZB: "What ever it takes." 2.0

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Lagardisch für Anfänger Liebe Freunde des aktiven und fundamentalen Investments. Von Noten- und Zentralbanken ist die interessierte Öffentlichkeit gewohnt, verklausulierte und nebulöse Aussagen zu erhalten, um diese dann zu deuten. Die amtierende EZB-Präsidentin Christine Lagarde versucht sich an einem klareren Kommunikationsstil. Leider ist ihr das gestern zumindest nicht gelungen - so jedenfalls die Reaktion der Märkte. Ich versuche mich daher hier an einer kurzen Übersetzung und Zusammenfassung der gestrigen Meldung von der EZB.  Meine Übersetzung und Interpretation der gestrigen Meldung: "What ever it takes 2.0 kommt."  Frau Lagarde erfüllt meine felsenfeste Erwartung: Sie wird es sich nicht nehmen lassen, ihren italienischen Vorgänger Mario Draghi (what ever it takes) zu übertrumpfen - das gebietet schon die französische Herkunft. Das mittelfristige Inflationsziel wird nun mit 2,0% angegeben. Abweichungen davon seien zwar unerwünscht, doch kann die Rate auch "vorübe

Container Stau vor Yantian - noch mehr Feuer für die globale Inflation

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Der Hafen von Yantian verbindet Shenzen, das Hinterland von Hongkong mit der Welt Bescheidene 5 der aktuell größten Containerschiffe der Welt (jeweils 400m lang) können dort gleichzeitig abgefertigt werden. Leider war das in den vergangenen Wochen nicht der Fall: Ein erneuter Ausbruch von Corona in der Region Shenzen sowie auch unter dem Hafenpersonal veranlasste die lokalen Behörden zu einem Schließen des derzeit drittgrößten Hafens weltweit (2020 wurden 13,3 Mio. Container umgeschlagen). Im Anschluss kam es nur zu einer eingeschränkten Tätigkeit bis zum 21. Juni 2021. Über mehrere Wochen wurde quasi nur mit halber Kapazität gearbeitet.   Anläufe durch große Reedereien konnten somit nicht planmäßig erfolgen oder mussten sogar bei einigen Liniendiensten ganz ausfallen. In der Spitze sollen sich im Hafengebiet rund 160.000 40 Fuß Container befunden haben, die auf Umladung warteten. Das entspricht rund 300.000 TEUs. Noch immer liegt dort eine Vielzahl von Schiffen und wartet auf Abfertig

Der "Generationenfonds" - unsere Branche hat ihn schon seit Jahrzehnten

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Kommt es endlich zu einem Umdenken in der politischen Führung?  Angeblich hatte die CDU/CSU für ihr Wahlprogramm auch einen sog. "Generationenfonds" diskutiert. Dieser sollte kapitalgedeckt funktionieren und quasi von Geburt an für Bundesbürger eine Rentenbasis schaffen. Leider ist davon nichts Konkretes mehr im Wahlprogramm zu finden. Geradezu grotesk liest sich in diesem Zusammenhang der folgende Ausschnitt aus dem Originalwahlprogramm der CDU/CSU.  "Wir setzen uns für eine europäische Finanztransaktionsteuer mit breiter Bemessungsgrundlage ein. Sie darf jedoch Kleinanleger und die private Altersvorsorge nicht belasten.  5.3. Vermögensbildung für jeden Teilhabe geht vor Umverteilung. Wir wollen, dass die Menschen in unserem Land Erfolg haben und sich Wohlstand aufbauen können. „Wohlstand für alle“ im 21. Jahrhundert heißt für uns: Vermögensaufbau für alle Menschen attraktiv gestalten – unabhängig von Beschäftigungsverhältnis und Einkommen."  Eine einheitlich ausge

Die Deutschen und ihr Problem mit den Reichen - es gibt Hoffnung

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Verändert sich die Einstellung zu Reichtum und Luxus in Deutschland?  Ist es nur ein Phänomen, das durch Instagram aufgekommen ist? Überall sieht man die schöne, makellose Welt, in der es sich gut und gerne leben lässt. Angefangen beim Wetter ohne Regenwolken, werden teure Markenwaren präsentiert. Schöne Menschen, die offenbar nur dafür leben, im teuren Konsum zu schwelgen, zeigen Uhren, Kosmetik und Mode. Im Idealfall in Kombination mit teuren Autos, Fluggeräten oder dem Skyline Blick auf Metropolen dieser Welt. Das scheint mir so gar nicht in den deutschen Habitus zu passen - insbesondere scheint diese Form der Luxus Demonstration nicht mit dem typischen, hanseatischen Understatement zu harmonieren. In der Bankausbildung lernte ich früh: "Der älteste graue Mantel ist der wertvollste Mantel."    Ist es nicht in Deutschland (mindestens in Hamburg) verpönt, seinen Reichtum zu zeigen?   Wie denkt die junge Generation der unter 25 Jährigen darüber? Muss Reichtum zwangsläufig übe