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"Sell in May and go away" ... und dann?

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Weiter heißt es: "But remember to come back in September."  Woher kommt diese alte Börsenweisheit und trifft sie zu?  Meistens reicht ein einfaches Fernbleiben von Käufern ("Käuferstreik") schon aus, um Aktienkurse ins Wanken zu bringen. Wenn normale Aktienumsätze auf wirklich unterdurchschnittliche Nachfrage treffen, fallen die Preise. Das ist normal. In einem normalen Jahr beginnt in vielen Ländern schon nach dem Monat Mai die Zeit der Sommerferien. Damit fallen dann während der Sommermonate bis Ende August immer wieder Käufer aus, die ihren Urlaub genießen. Tatsächlich gibt es Untersuchungen, die diese Saisonalität an der Börse bestätigen und ein Handel auf dieses "Sommerloch" funktionierte im Durchschnitt über viele Jahrzehnte. Doch in den letzten Jahren war dieses Phänomen im Sommer kaum noch zu erkennen. Ich habe keine Antwort, was der Grund dafür sein könnte. Eine Möglichkeit: Der Siegeszug der ETF. Da immer größere Aktienanteile von diesen Instrume

Vom Wald und der Geldanlage

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Ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht... Großartig, dieses Erlebnis mit unserer Tochter: Auf die Frage, wie es ihr im Urlaubsland gefiele, antwortete sie: "Das kann ich noch nicht sagen, es sind ja lauter Bäume davor." Das war wirklich so, schließlich fuhren wir zu der Zeit gerade mit dem Auto auf einer Landstraße in Estland.  Die Kapitalmärkte mit ihren vielen Anlagemöglichkeiten sind für die Mehrheit unserer Mitmenschen ein Wald, geradezu ein undurchdringlicher Wald. Viele Stadtmenschen ziehen es daher vor, ihn aus der Ferne zu betrachten, quasi als "grünen Horizont". Oft werden dann noch Scheinargumente vorgeschoben, weshalb man sich nicht in den Wald begibt: "Da gibt es Mücken oder Zecken, tollwütige Tiere, giftige Pilze und Pflanzen, morastige Wege, giftige Früchte, gefährliche Tiere und umfallende Bäume..." Diese Aufzählung erinnert mich an die vielen Sparer in Deutschland mit ihren Vorbehalten gegenüber Aktienanlagen.  Ja, in einem artenreichen

Coinbase (NASDAQ: COIN) - Nützliches Wissen für Freunde der Krypto Währungen

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Gelungener Börsengang der Börse für Krypto Währungen Einige Handelsplattformen für Krypto Währungen sind seit Jahren etabliert (z.B. Kraken, Binance oder Huobi Global). Dem großen Vorbild von Bitcoin sind inzwischen diverse Krypto Währungen gefolgt. Die Liste möglicher digitaler Währungen wird immer länger. Da liegt es nahe, Dienstleistungen für dieses noch recht junge Segment anzubieten - z.B. in Form von Handelsplätzen oder virtuellen Orten der sicheren Verwahrung.  Coinbase ist vor allem eine Handelsplattform für digitale Währungen. Daneben werden weitere wichtige Dienstleistungen angeboten (z.B. die Verwahrung von Beständen). Für meine Berichte an dieser Stelle recherchiere ich - wann immer möglich - in den Originalquellen. Natürlich habe ich nicht alle gut 800 Seiten des Zulassungsprospekts der SEC zur Coinbase Global Inc. gelesen, aber wichtige Teile darin.  Als ehemaliger hauptberuflicher Aktienanalyst interessiere ich mich natürlich für die Zahlen und die Bewertung des Unterneh

Greensill Bank AG: Der Skandal weitet sich aus

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Das Versprechen von "hohen Zinsen" macht offenbar immer noch blind Völlig reizüberflutet verhalten sich deutsche Anleger - ganz vernarrt in vermeintliche Sicherheit - wenn man ihnen hohe Zinszahlungen verspricht. Allerdings ist es mehr als ärgerlich, wenn beim Ausleben dieser finanziellen Ahnungslosigkeit Steuergelder verschwendet werden. Den betroffenen Akteuren der öffentlichen Hand muss man in diesem Fall wenn nicht vollständige Ahnungslosigkeit, dann mindestens grobe Fahrlässigkeit unterstellen. Der jüngste Fall: Die Greensill Bank AG. Sicherheit konnte hier nur der Schutz durch die Allgemeinheit bieten oder wenn im Himmel auch wirklich Jahrmarkt ist.  Viel Geld die Weser herunter gespült mit der Greensill Bank AG Was sind heute schon noch 300 Mio. EUR? Ich bin der Meinung, das ist immer noch eine ansehnliche Summe, obwohl die EZB und unsere Politiker alles daran setzen, dass sich das bald ändert. Jedenfalls sind einige Kommunen in Deutschland sowie das Land Thüringen in

Der Small Cap Effekt - langfristig höhere Renditen mit kleineren Unternehmen

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Warum es schlau ist, langfristig auf kleinere Unternehmen zu setzen Anleger unterliegen vielen psychologischen Fallen. Eine davon ist z.B., auf bekannte Unternehmen oder deren Marken zu setzen. Einer bekannten Marke wird viel Vertrauen entgegen gebracht. Was jedoch für ein Produkt gelten kann, muss noch lange nicht am Kapitalmarkt wirken. Aktionäre, die in den vergangenen 10 Jahren auf die starken Markennamen Deutsche Bank, Commerzbank, Deutsche Telekom, RWE oder E.ON (vormals Veba) gesetzt haben, können berichten, dass das keine gute Idee war.  Anlageergebnisse messen wir - wenn die breite Öffentlichkeit überhaupt davon Notiz nimmt - gern anhand der Entwicklung des DAX 30. Dieser Aktienindex bildet die Kursentwicklung der 30 wichtigsten Aktiengesellschaften in Deutschland ab. Diese Unternehmen stehen z.B. für eine große Bekanntheit ihrer Marken, eine hohe Mitarbeiterzahl und i.d.R. einen hohen Börsenwert. Aber diese 30 Unternehmen sind doch nicht umfassend repräsentativ für einen Akti

Falken und Tauben und die Geldpolitik von Notenbanken

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Was Falken und Tauben mit der Geldpolitik verbindet In der Geldpolitik gibt es seit langer Zeit zwei Strömungen bei den Akteuren der Entscheidungsgremien. Zum einen gibt es die Fraktion derjenigen, die die Geldmenge eher knapp und die Zinsen angemessen hoch halten wollen, um die Inflation im Griff zu behalten und um mit der Geldpolitik ein starkes Instrument der Geldpolitik (und darüber auch der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung) zu haben. Ein hoher Zins dämpft die Nachfrage nach Krediten und bremst somit tendenziell die Wirtschaftsentwicklung eines Währungsraumes.  Dieser Fraktion steht die Seite derjenigen entgegen, die weder mit einem geringen Zinsniveau noch mit ansteigender Inflation ein Problem verbinden. Aus ihrer Sicht sind beide Entwicklungen - insbesondere ein niedriger Zins - wirtschaftsfördernd und damit ein probates Mittel, um so auf die Wirtschaftsentwicklung eines Landes positiv einzuwirken. Ihr Handeln steht für die sog. "Lockere Geldpolitik." Ein weiteres wi

Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Finanzwirtschaft - langfristig funktioniert am besten

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Damals in den 80ern, als jeder wie Gordon Gekko werden wollte Finanzgeschäfte an der Börse werden vor allem durch Informationen ausgelöst. Oft steht dabei keine langfristige Geldanlage im Vordergrund sondern der Versuch, kurzfristig einen schnellen Handelsgewinn zu erzielen. Manchmal gelangen Handelsteilnehmer auch auf illegale Weise an Informationen (wie die Filmfigur Gordon Gekko in Wallstreet). Oft geht es um geplante Unternehmenskäufe oder Fusionen. Agiert wird eigentlich nach dem "Hit and run - Prinzip". Kurz zuschlagen, Gewinn mitnehmen und dann nach der nächsten Gelegenheit Ausschau halten. Mit diesen vielen kurzfristigen Spekulationen kann man natürlich auch schnell reich werden. Das ist aber nicht der Ansatz, den wir in der FORMAT Asset Management in Hamburg verfolgen.  Was haben Land- und Forstwirtschaft sowie die nachhaltige Geldanlage gemeinsam?  Familienunternehmer genießen die Freiheit, dass sie nicht ihren Aktionären oder Gesellschaftern im Quartalsrhythmus Za